Transparenz durch Crowdsourcing

Ich bin gerade auf einen interessanten Beitrag vom 3.4.2012 auf technologyreview.com von David Talbot gestoßen, der über eine Idee im Zusammenhang mit Datenschutz und Crowdsourcing berichtet:

“ ‚The basic idea here is: How do you help people who are not experts in network and computer security understand what an app is doing?‘ says Jason Hong, a CMU computer scientist who is one of the leaders of the project. You are outsourcing people to read privacy settings and tell you what is interesting about it.

Diese Idee spielt genau dem Problem in die Hände, dass Datenverarbeitung und damit auch die Datenschutzerklärungen immer komplexer und vielschichtiger werden. Wie „the Atlantic“ bereits am 1. März 2012 berichtete

„Reading the Privacy Policies You Encounter in a Year Would Take 76 Work Days“.

Was spricht daher dagegen, die Datenschutzbedingungen für die Fachleute weiterhin, zum Missfallen vieler Datenschutzbehörden, lang und ausführlich – und natürlich nicht widersprüchlich oder unrichtig – zu gestalten und zugleich den Nutzern die Verantwortung (= Selbstbestimmung!) zu überlassen, dessen Inhalt selber zu lesen oder aber sich anderer Mittel, wie dem von Fachleuten, zu bedienen?

Auch Bedienungsanleitungen lesen viele nicht – Foren, Hilfeseiten oder FAQ dagegen schon eher. Von den Anbietern kann daher nur abverlangt werden, vollständige Informationen zur Datenverarbeitung zu erteilen und Einwilligungen richtig und für den durchschnittlichen Nutzer verständlich einzuholen. Dabei sollte beachtet werden, dass sich auch hier das Wissen im digitalen Bereich und die Aufnahmefähigkeit am Computer innerhalb der letzten Jahre erheblich entwickelt hat. Nicht mehr nur die stets hervorgehobenen „digital Natives“ können nachvollziehen, wie das Internet funktioniert. Die zunehmende Digitalisierung und auch Berichterstattung darüber führt zu mehr Wissen in dem Bereich.

Wenn jemand aber meint, er versteht die Einwilligung nicht, oder es tatsächlich nicht merkt, dass er sie nicht versteht, dann kann das meines Erachtens nicht zu Lasten der Anbieter gehen. Um nur eine Parallele zu ziehen: Wenn Inhaltsangaben über Zusatzstoffe wie die bekannten E-Nummern auf Lebensmittelverpackungen abgedruckt werden, dient das dazu, dass sich Verbraucher über Zusatzstoffe informieren können, wenn sie wollen oder aus gesundheitlichen Gründen sollten. Viele suchen aber nicht nach Angaben wie E621, obwohl „der Geschmacksverstärker Glutamat bei empfindlichen Menschen allergieähnliche Reaktionen, eine so genannte Pseudoallergie, auslösen“ kann. Verboten sind diese nicht aussagekräftigen Nummern auf den Verpackungen meines Wissen aber ebensowenig wie die Beimischung solcher in unser Essen

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